Gestern habe ich ein bestelltes Päckchen geliefert bekommen. Es begann mit Sturmklingeln, ich bat darum, das bei mir nicht zu tun - ich öffne prinzipiell. Der Bote bestand darauf, dass dies nötig sei, damit ich ihn höre, redete - männlich, knapp einen Kopf größer als ich - außerordentlich harsch und herrisch zu mir (ich bin eine junge Frau und war scheinbar allein, auf den ersten Blick also ein leichtes Ziel) und wurde auf mehrmalige Bitte, etwas höflicher mit mir zu sprechen, nur aggressiver.
Seine Beschwerde: In der ganzen Gegend / Straße hier nehmen die Leute kaum Pakete entgegen, kaum einer macht auf. Ich kenne das Problem, wie ich ihm sagte: Ich nehme in meinem Haus etwa wöchentlich die Pakete für mehrere meiner Nachbarn an (die weniger daheim sind), immer gern und freundlich. Nur bei Sturmklingeln bitte ich, dies zu unterlassen - und nehme das Paket natürlich trotzdem an. Ich habe dem jungen Mann auch das gesagt, und dass ich sein Problem verstehe, aber nichts dafür könne.
Seine Aggressivität ließ nicht einmal ein grummliges: "Na ja, hamse ja auch wieder Recht, aber...," zu, womit ich zufrieden gewesen wäre. Stattdessen wurde ich mit sehr eiligen Bösartigkeiten überkippt, abgeschlossen mit: "Unterschreiben sie jetzt, sonst nehme ich´s wieder mit". Mit der Begründung, er habe keine Zeit, auch das vorgebracht, als wäre es meine Schuld.
Meine Begegnung mit ihm dauerte etwa 30 Sekunden (ich habe einen Zeugen, ich kann mich also nicht grob verschätzen), ich kann dem jungen Mann durch meine Gesprächsbemühung also nur etwa 20 Sekunden seiner kostbaren Zeit gestohlen haben. Ich bin empört.
Dazu sei gesagt: Hätte ich mich in einer privaten Situation befunden - also in der der Herr nicht in irgendeinem Dienst steht - wäre ich um meine Sicherheit etwas besorgt gewesen, derart war sein Umgang.
Bestell-/Kundennummer: Cust-Ref 252119, GLS Track ID ZASPIKGR, Ref-No 497830
Meine Forderung an GLS:
Entschuldigung durch Boten bzw. Versand unter Erwähnung des Boten
Antwort auf die Beschwerde vom 06.06.2012
Sehr geehrte Frau Pörschmann,
Ihre Zufriedenheit liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir sehr bedauern, dass Sie Anlass zur Verärgerung hatten.
Gerne klären wir den Vorgang mit Ihnen direkt. Mailen Sie uns hierzu bitte Ihre Paketnummer und Ihre Adressdaten, möglichst inklusive einer Rufnummer an: "dcs.carecenter@gls-germany.com".
Wir werden wir Ihr Anliegen umgehend an die zuständige Fachabteilung weiterleiten. Wir sichern Ihnen eine zeitnahe Überprüfung und Rückmeldung zu.
Freundliche Grüße von Ihrem GLS-Service-Team
kommentare und trackbacks 11
http://www.dailymotion.com/video/xrd0zv_die-miesen-arbeitsbedingungen-bei-paketdiensten_news
SIE sollten die Hintergründe im Blick behalten, Frau Pörschmann! Schließlich handelt es sich angeblich quasi um Arbeitssklaven, die 12 Stunden täglich auch Ihre Pakete mitaustragen.
Nur um weiteres getrolle abzuwenden, ich spreche von der allgemeinen Situation bei GLS, Hermes und. und nicht nur von dieser hier.
Denn die Fahrer unterschreiben ja nun oft selbst, pöbeln, drohen, begehen Hausfriedensbruch, stehlen und und und. Trotzdem rechtfertigt diese schlechte Arbeitsituation nicht das schlechte Verhalten. Es mag traurig und unfair sein aber dennoch muss man sich trotzdem noch professionell verhalten.
Demnächst mach ich unseren Postboten auch einfach mal zur Sa. u, der hat bestimmt auch Verständnis dafür, das ich wegen meiner Arbeitsbedingungen meinen Frust irgendwo abladen muß.
Natürlich rechtfertigen die schlechten Bedingungen kein unangemessenes Verhalten.
Auch ich, Frau Gries, kenne Probleme, auch ernste, existenzielle, andauernde und solche, die von anderen Menschen mehr oder weniger direkt verschuldet sind. Ich bin sehr bestrebt, diese nicht an meinen Mitmenschen auszulassen.
Es geht hier nicht um Kleinigkeiten. Der junge Mann war in gefährlichem Maße out of line.
Das ist bei weitem keine Entschuldigung, nur sollten sich auch viele Kunden mal an die eigene Nase fassen. Der Fahrer wird dauernd blöd angemacht, das staut sich bei ihm an und am Ende kriegt es dann Kunde Zufall ab, der gar nichts dafür kann.
Ich denke nicht, das es Sinn macht, mit solchen Fahrern eine Diskussion anzufangen, wenn man sich ihr nicht gewachsen fühlt. Und schon gar nicht würde ich mich auch noch rechtfertigen, indem ich sage "ich nehme ja schon dauernd Pakete an" (was die Kundin ja gar nicht machen muss).
Sturmklingeln würde ich mir verbitten und Sie sollten sich nächstesmal vielleicht männliche Unterstützung holen, bevor der Fahrer kommt.
1. Woher wissen Sie denn das die Zusteller regelmässig blöd angemacht werden?
2. Wenn man in einer Branche arbeitet, inder man Kundenkontakt hat, sollte man dem Umgang mit Kunden auch beherrschen. -Dazu gehört auch FREUNDLICHKEIT. Auch wenn's schwer fällt, wie lange dauert denn so eine Paketabgabe, klingeln, abgeben, unterschreiben, fertig. Also wenn man es die paar Minuten nicht aushält ohne aus der Haut zu fahren, sollte man in Erwägung ziehen die Branche zu wechseln.
3. Aha, also wenn man in einem sogenannten sozialen Brennpunkt wohnt, bedeutet das automatisch das man keinen Anstand hat, bzw. sich nicht ohne seinen Gegenüber anzupöbeln und zu beschimpfen, ausdrücken kann?
versuchen sie etwa den leser über ihr wahres alter hinwegzutäuschen, nur um glaubhafter zu wirken?