.... gibt´s jetzt einen heissen Tipp: Düsseldorf! (Gilt übrigens für Männer auch, wie wir gleich feststellen werden)
Denn die NRW-Landeshauptstadt ist da Recht fix zugange und schleppt auch gerne mal da ab, wo es eigentlich keinen Grund dafür gibt. Sagte ich keinen Grund? Quatsch, natürlich gibt es einen Grund: Die Stadt Düsseldorf kassiert nämlich zusätzlich zu den Bußgeldern des jeweiligen Verkehrsvergehens, noch pauschal 62,00 EURO Verwaltungskosten. Grund genug also, schnell mal ein Auto an den Haken zu hängen.
Dabei ist es der Stadt Düsseldorf und deren übermotivierten Mitarbeitern des Ordnungsamtes herzlich egal, ob das Auto eine mittel- oder unmittelbare Gefahr darstellt und daher abgeschleppt werden MUSS oder ob es einfach nur falsch irgendwo steht, niemanden behindert oder gar gefährdet, obwohl es dafür auch Vorschriften in der StVO gibt.
62,00 EURO sind eben 62,00 EURO! Da wird nicht lange gefackelt: In meinem Fall lagen zwischen Aussteigen aus dem Auto und Anruf bei dem zuständigen Abschleppdienst, laut Protokoll, genau 7 Minuten. Das verwundert nicht, denn die vermeidlich netten Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite meinen Parkvorgang wohl beäugten, grüßten mich kurz darauf sogar nett und freundlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht, als ich ebenso freundlich und unwissend, auf dem Weg zur Messe, an Ihnen vorbei lief. 62,00 EURO sind eben 62,00 EURO! Da kann man auch schon mal freundlich lächeln.
Selbstverständlich habe ich gegen die Abschleppmaßnahme und die damit verbundenen 62,00 EURO Verwaltungspauschale und die entstandenen Abschleppkosten in Höhe von 94,80 EURO aus mehrfacher Hinsicht Widerspruch eingelegt und natürlich das angebotene Bußgeld für das Parkvergehen selber, sofort bezahlt, denn das stand ja außer Frage und Diskussion.
Nun hat die Stadt Düsseldorf bezugnehmend auf meinen Widerspruch vom 01.10.2007, bis zum 06.03.2008 herum recherchiert und Mitarbeiter befragt und Protokolle gelesen und wer weiß was sonst noch. Dabei herum gekommen ist eine Erinnerung, dass ich ja schließlich eine Ordnungswidrigkeit begangen habe (die ich auch niemals abgestritten hatte) und das somit die Abschleppmaßnahme berechtigt gewesen sei. In einer fadenscheinigen Begründung heißt es weiter, dass andere Verkehrsteilnehmer sich unter Umständen, durch mich hätten dazu gezwungen fühlen können, vorübergehend eine Gefahr für den Verkehr darstellen zu müssen.
Häh??? Ich meine, wie soll das gehen? Ich jedenfalls habe mich in den letzte 20 Jahren Autofahren nie von jemand anderem dazu „zwingen" lassen, eine Verkehrsgefährdung darzustellen. Mir fällt auch nicht ein, wie man mich, zumindest ohne Pistole, dazu zwingen könnte. 62,00 EURO sind eben 62,00 EURO! Da werden selbst die sonst so strukturierten Beamten und die Ordnungshüter zu kreativen Künstlern und Querdenkern.
Na ja, natürlich habe ich meinen Einspruch, schon allein aufgrund der Dreistigkeit der zwei Ordnungshüter am Tattag, weiterhin aufrecht erhalten und warte mal auf die kreative Antwort aus meiner Landeshauptstadt.
Meine Forderung an Landeshauptstadt Düsseldorf:
Verzicht auf die 62,00 EURO Verwaltungskosten und Erstattung der Abschleppkosten von 94,80 EURO
Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?
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ich dachte eigentlich, daß es diese Form der Geldschneiderei nur in Berlin gibt ?! Offensichtlich scheinen die anderen Kommunen auch Gefallen am vermeintlich schnellen Geld gefunden zu haben :(
Bei mir beißen die jedenfalls auch auf Granit. Ich habe einen internen Workflow entwickelt, wie ich mich gegen derartige Willkür mit Händen und Füßen zur Wehr setzen kann.
Häh ?
Du gibst zu - ABsichtlich - falsch "geparkt" zu haben und wunderst Dich abgeschleppt zu werden ?
Das einzige, was man dem OA anlasten könnte ist, das Autos nach möglichkeit umgesetzt werden müssten und nicht abgeschleppt.
Aber das geht natürlich nur, wenn dafür auch Platz ist.
Sogar im planungslosen Berlin hat das mit dem Umsetzen schon geklappt, wie ich bei Falschpakern in meiner Straße beobachten durfte. Aber das natürlich nur mit der Polizei. Sowas wie ein OA gibt es ja erst seit Kurzem.
Nein, ich gebe zu UNabsichtlich falsch geparkt zu haben. Aber ebenso, wie ein falsch geparktes Fahrzeug, eine vorbeifahrende Feuerwehr nicht dazu berechtigt, einfach Deine Scheiben einzuschlagen, weil ja vielleicht irgendwann mal ein Schlauch dadurch geführt werden muss, falls es möglicherweise mal brennen sollte in der Nähe, so darf auch die Polizei und das OA nicht so ohne weiteres Dein Auto abschleppen. Dazu bedarf es anderer Gründe, als allein die Tatsache, falsch geparkt zu haben. Diese Gründe sind in der StVO klar geregelt und sollten auch einer Politesse, Polizei oder sonst einem, für den Verkehr zuständigen, Mitarbeiter der Stadt oder Gemeinde bekannt sein und von ihr/ihm beachtet werden. Lies es am betsen mal nach, bevor Du auch mal unberechtigterweise abgeschleppt wirst und einfach zahlst.
Ich denke, dass auch genau da das Problem liegt: Zu viele Leute kennen sich nicht genügend aus und zahlen einfach, weil sie annehmen, die Stadt/Gemeinde oder auch die Polizei darf in unserem Land ungestraft ALLES! Dem ist aber nicht so. Selbst die Exekutive muss sich an bestehende Gesetze halten und schließlich sind wir weder eine Bananenrepublik noch im Kriegszustand. Oder habe ich da etwas verpasst? ;-) Somit machen viele Städte und Gemeinden mal einfach und selbst wenn 20% der Menschen besser informiert sind und nicht zahlen, so hat man doch 80% der eingeforderten Gelder im Haushaltssäckel. Wie gesagt: 62,00 EURO sind eben 62,00 EURO!
Hallo Abgeschleppter!
Sie konnten also Ihren Ordnungsamt-Mitarbeitern ins Gesicht sehen, bevor Sie abgestraft wurden. Das ist doch mal was! In einigen Gegenden der Republik hat man das Gefühl, das all diese fleißigen Mitarbeiter/innen unsichtbar unter Gullideckel lauern, um dann Sekunden später zuschlagen zu können ...
Das sind zwar immense Gebühren, die da erhoben werden, aber Düsseldorf gilt als reiches und teures Pflaster, irgendwie muss dass ja alles finanziert werden, nicht war :-)))?
Viel Erfolg bei Ihrem Widerspruch!
Im übrigen sind Sie eine Bereicherung für die REKLABOX, dass muss ich mal so nebenbei erwähnen, Herr Thielen! Spannende Sachen, die Sie so erleben!
Hallo Frau Ina,
zunächst natürlich vielen Dank für das Kompliment und ich wünschte mir, ich wäre keine Bereicherung für diese Plattform. Leider allerdings, haben Sie Recht, dass mir viele Sachen, die ich so tagtäglich erlebe, wirklich "gegen den Strich" gehen und ich dieserhalb auf eine Plattform wie die ReklaBox gewartet habe, mehr noch, sogar schon mal im Sinn hatte, etwas ähnliches, als regionales Printmedium herauszugeben. Nun allerdings, seit ich hier angemeldet bin, bin ich erstaunt, wie "wenig" neue Beschwerden es hier (deutschlandweit!) täglich gibt und es schleicht sich bei mir das Gefühl ein, als ginge diese ungerechte und unfaire Behandlung in unserem Land lediglich gegen eine Hand voll Bürger und ich gehöre leider dazu.
Oder ist es vielleicht eher so, dass die meisten Menschen ungerechte und unfaire Behandlung einfach akzeptieren und sich von den Behörden, Unternehmen, Vereinen und anderen Institutionen kritiklos versklaven lassen? Ich weiss es nicht.
Vielen Dank jedenfalls für Ihre Erfolgswünsche und ich werden mich auch zukünftig versprochenerweise NICHT einfach kritiklos allem unterordnen. Das bin ich MIR schuldig!
mich würde mal interessieren, wie die Sache ausgeht? Viele Behörden spekulieren ja darauf, daß der Bürger entnervt aufgibt. Etliche Verfahren würden ohnehin nie angestrengt werden, wenn Beamte das Prozeßrisiko selbst tragen müßten oder zumindest am Risiko beteiligt würden. Selbst wenn die Behörde ein Verfahren verliert, trägt die Kosten am Ende doch der Steuerzahler. Das ist der fundamentale Systemfehler, der geradezu zu Behördenwillkür einlädt.